Störungen

Da will man gucken, wie der Stromverbrauch einer Armbanduhr über die Zeit aussieht, und guckt in die Röhre.

Störsignal

Störsignal

Man sieht einen schönen Sinus von der Netzspannung, durch den Störnebel am Schreibtisch stark verrauscht, und in den Scheiteln noch einzelne Störspitzen (rechtes Bild, Ausschnitt aus einem Scheitel). Es sollte übrigens eine Nulllinie angezeigt werden, nicht dieser Quark.

Diese Störspitzen in den Scheiteln sind übrigens relativ interessant: Sie sind perfekt synchron mit der Netzspannung, treten nur in den Scheiteln auf. Allerdings nicht an der gleichen Stelle: Die vielen Spitzen entstehen durch die Mittelung über mehrere Perioden, pro Periode ist es nur eine Spitze oder so. Da stellt sich sofort die Frage, um was es sich handelt. Eine Trägerfrequenzanlage, die nur in den Scheiteln Informationen überträgt, ist unüblich. Bürstenfeuer und ähnliche Erscheinungen beschränken sich nicht auf die Spitzen. Glimmentladungen oder so etwas, was erst bei hoher Spannung zündet und dann mit einer kleinen Induktivität in der Zuleitung vor sich hinprasselt? Ein Netzteil, das seinen baldigen Tod ankündigt? Ich bin für Ideen offen.

Eigentlich wollte ich doch den Spannungsabfall über einem 1k-Ohm-Widerstand messen, der in der Zuleitung zu der besagten Uhr sitzt. Doch Pustekuchen. Allein die Leitung der Tastspitze nimmt schon dieses Signal auf, das mindestens eine Größenordnung über dem zu messenden Spannungsabfall ist. Natürlich ist die Konstruktion hochgradig ungünstig: Anderthalb Meter ausgebreitete Messleitung, ein Netzkabel daneben, ein nur 0,6 mV großes Signal.

Der Austausch gegen ein dickes BNC-Kabel brachte auch nur mäßige Linderung: Statt des Netzbrumms mit Zugaben sah ich dann das 10-MHz-Signal meines Frequenznormals, als alles angeschlossen war. Irgendwie ist hier echt der Wurm drin, am Bastelschreibtisch stört zu viel.

Leider habe ich natürlich keinen Messverstärker zur Hand gehabt, um das Signal an der Quelle zu verstärken. Denn die Störeinflüsse kommen erst später, durch die lange Messleitung, hinzu. So konnte ich den Stromverbrauch nur im Mittel messen: 800 nA, das ist doch für eine Solar-Armbanduhr ohne Sekundenzeiger noch akzeptabel.